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Nahrungsergänzungsmittel - Wann sind sie sinnvoll und in welchen Fällen nicht?

In einer Umfrage der Verbraucherzentralen gab ein Drittel der Befragten an, regelmäßig Präparate zur Nahrungsergänzung zu sich zu nehmen, um die eigene Gesundheit zu fördern. Doch was genau sind Nahrungsergänzungsmittel? Wann ist die Einnahme sinnvoll und wann eher nicht? Hier erklären wir Ihnen die wichtigsten Fakten.

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Was sind Nahrungsergänzungsmittel?

Nahrungsergänzungsmittel enthalten Nährstoffe, die auch in normalen Lebensmitteln enthalten sind, wie beispielsweise Vitamine oder Mineralien - jedoch in konzentrierter Form und in hohen Dosen. Sie werden in Form von Tabletten, Kapseln, Dragees, Pulver, Saft oder Tropfen bereitgestellt. Sie können pflanzliche Substanzen (z. B. Knoblauch), tierische Substanzen (z. B. Fischöl) und auch synthetische Substanzen (Vitamine) enthalten. Häufig finden sich in Nahrungsergänzung folgende Stoffgruppen:

  • Vitamine wie Vitamin A, C, D und E oder Folsäure sowie Provitamine wie Beta-Carotin und Folsäure
  • Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium, Eisen oder Kalium
  • Spurenelemente wie Zink, Mangan oder Selen
  • Fettsäuren wie Omega-3-, Omega-6-Fettsäuren
  • Aminosäuren wie L-Cystein, L-Carnitin
  • Kohlenhydrate wie der Ballaststoff Oligofructose
  • Probiotische Kulturen wie Bierhefe

Sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidantien wie Polyphenole Die Einnahme nahrungsergänzender Produkte kann dazu führen, dass der Körper deutlich mehr dieser Substanzen aufnimmt, als er es über die reguläre Ernährung tun würde.

Wann ist die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll?

Wer sich wirklich frisch, ausgewogen und abwechslungsreich ernährt, versorgt den Körper normalerweise mit allen notwendigen Nährstoffen in ausreichendem Maße. Es ist dann oft nicht erforderlich, zusätzliche Vitamine und Mineralien einzunehmen. In einigen Lebenssituationen kann jedoch eine Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll sein, um Mängel auszugleichen oder bestimmte Herausforderungen besser in den Griff zu bekommen. Einige typische Beispiele sind:

Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch: Ihnen wird die Einnahme von Folsäure empfohlen, denn ein Mangel kann zu kindlichen Fehlbildungen führen. Bereits drei bis vier Monate vor einer geplanten Schwangerschaft sollte mit der Einnahme begonnen werden.

Kinder im ersten Lebensjahr, ältere Menschen mit Osteoporose sowie Menschen, die sich wenig in der Sonne aufhalten: Hier wird die zusätzliche Einnahme von Vitamin D empfohlen, vor allem in Herbst und Winter. Der Körper benötigt ausreichend Sonne, um Vitamin D selbst herstellen zu können. Das Vitamin ist wichtig für die Funktion von Nerven, Muskeln und Knochen sowie die Krankheitsabwehr.

  • Frauen im gebärfähigen Alter: Hier wird die zusätzliche Einnahme von Eisen empfohlen. Bei stärkerer Menstruation kann es durch die wiederholte Blutung nämlich zu Eisenmangel kommen. Die Symptome sind häufig Blässe, Müdigkeit und Infektanfälligkeit.
  • Personen mit Magen-Darm-Erkrankungen: Krankheiten wir Morbus Crohn oder eine chronische Gastritis können die Nährstoffaufnahme behindern. Hier tritt häufig ein Vitamin-B12-Mangel auf.
  • Veganer: Sie leiden häufig unter einem Mangel an Vitamin B12, denn dieses wird fast ausschließlich über tierische Lebensmittel in ausreichender Menge eingenommen. Zu beachten ist, dass Vitamin B12 über einen sehr langen Zeitraum im Körper gespeichert werden kann, weshalb es mehrere Monate dauern kann, bis Mangelerscheinungen auftreten. Diese können jedoch irreparable Schäden nach sich ziehen. Umso wichtiger ist hier der Einsatz einer Nahrungsergänzung sowie eine regelmäßige ärztliche Kontrolle.
  • Personen mit Sodbrennen: Medikamente gegen Sodbrennen können die Magensäure reduzieren und somit die Aufnahme von Eisen und anderen Vitalstoffen behindern.
  • Personen ab 50 Jahre: Da im Alter die Aufnahme von Nährstoffen generell sinkt, wird empfohlen, in Absprache mit einem Arzt den Nährstoffhaushalt regelmäßig zu überprüfen.
  • Starke Raucher und Alkoholiker: Auch hier besteht ein gesteigerter Bedarf an Nährstoffen, der über die reguläre Nahrung oft nicht ausreichend gedeckt werden kann. Darüber hinaus können je nach Lebenssituation und Gesundheitszustand weitere Mangelerscheinungen auftreten, zu deren Ausgleich Nahrungsergänzungsmittel geeignet sind.

Wann ist die Einnahme unnötig und wann ist Vorsicht geboten?

Bei bestimmten Krankheiten haben sich nahrungsergänzende Produkte als unwirksam erwiesen, hierzu zählen insbesondere Krebserkrankungen. Unseriöse Anbieter versuchen oft, aus der Angst und Not von Patienten Kapital zu schlagen. Fallen Sie nicht auf falsche Versprechungen rein und besprechen Sie die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln im Zweifelsfall mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Achten Sie auf Sicherheit und Qualität Rechtlich gesehen zählen Nahrungsergänzungsmittel zu den Lebensmitteln. Aus diesem Grund benötigen sie, anders als Arzneimittel, keine offizielle amtliche Zulassung sondern unterliegen dem deutschen Lebensmittelrecht. Nahrungsergänzende Produkte müssen immer als solche gekennzeichnet werden. Folgende Angaben sollten daher auf der Verpackung erkennbar sein:

  • die Menge und die Dosierung der Inhaltsstoffe
  • die empfohlene tägliche Verzehrmenge
  • ein Hinweis, dass das Präparat eine ausgewogene Ernährung nicht ersetzen kann
  • eine Warnung, das Produkt außer Reichweite von Kindern aufzubewahren

Bei einer Bestellung im Ausland ist zu beachten, dass diese nicht dem deutschen, sondern dem Lebensmittelrecht eines anderen Landes unterliegen. So kann es sein, dass die Zusammenstellung und Dosierung der Inhaltsstoffe eine andere ist und möglicherweise von den Empfehlungen deutscher Behörden abweicht.

Wenn eine ausgewogene Ernährung nicht reicht

Die Einnahme nahrungsergänzender Produkte kann durchaus sinnvoll sein. Fragen Sie sich vorher, warum Sie das Mittel einnehmen möchten. Informieren Sie sich über die Wirkung und den Nutzen für Ihren Körper. Gibt es möglicherweise Alternativen? Im Zweifel sollten Sie Ihren Arzt fragen.

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